– eine Erfolgsstory geht weiter –

Marco Kamischke im Interview mit Ute Schmeiser vom WESTEND.MG Team

W: Glückwunsch zu Eurem Einzug in die Container im WESTEND. MG. Sieht noch ein bisschen leer aus, seid ihr schon komplett umgezogen?

Kamischke: Nein, aber weil wir schon Internet haben und ein paar Möbel, können wir jetzt schon ganz gut hier arbeiten. Allerdings sind wir in der Tat nicht komplett umgezogen, da wir mitten in der Eventzeit stecken. Jetzt vor kurzem war der Megamarsch Berlin. Deswegen haben wir nicht die Ressourcen für den Umzug komplett an einem Tag, wir machen das Stück für Stück.

W: Wo wart ihr vorher?

Kamischke: Wir waren hier im SMS Businesspark, Luftlinie 150 m und eine Treppe hoch, also gar nicht so weit. Das war aber eine Übergangslösung. Unsere Adresse bleibt gleich.

W: Und wo begann alles?

Kamischke: Die Idee entstand bei mir Zuhause, zusammen mit Frederick (Hüpkes) damals noch in Niederkrüchten, mitten in der Natur. Das passte gut zu Megamarsch. Wir waren schon immer viel aktiv draußen und es war mein Traum, damit auch beruflich was zu machen – draußen in der Natur aktiv zu sein. Ich kam damals aus Berlin, der Großstadt, dann aufs Land mit Seeblick. Zwei Welten, aber das war ein schöner Kontrast für mich.

W: Wie entstand die Idee zu Megamarsch?

Kamischke: Aus einer klassischen Bierlaune heraus. Wir saßen zusammen und haben die Idee weitergesponnen, recherchiert, ob es so was schon gibt, eine Website gestaltet und eine Facebook-Seite erstellt. Das hat sich unglaublich schnell entwickelt.

Geheimnis hinter dem Erfolg:
WLAN, Kaffee und ein Platz zum Reden

Kamischke: Nach Niederkrüchten haben wir angefangen uns beim Café Hoffmanns am Sonnenhausplatz in Gladbach zu treffen. Wir haben gemerkt, dass uns der Austausch über Messenger, eMail und Telefon nicht reicht. Wir wollten und mussten uns häufig treffen, denn je öfter wir uns getroffen haben, desto produktiver wurden wir. Dort gab es WLAN und Kaffee und mehr braucht man am Anfang nicht.

W: Der nächste Schritt war ein Büro im CO21?

Kamischke: Ja, das liegt ja direkt am Café Hoffmanns und wurde gerade eröffnet. Wir sind im September 2016, sozusagen mit unserer ersten Veranstaltung in Köln, eingezogen. Das war auch eine Platzfrage, wir mussten einiges zwischenlagern an Equipment. Den allerersten Megamarsch haben wir schnell aus einem alten Gewerbe aus der Studienzeit heraus organisiert. Die eigentliche Geschäftsidee mit „richtiger“ Firma kam im Anschluss an den Kölner Marsch, der gar nicht von Köln, sondern von Brühl aus nach Nettersheim in die Eifel führte.

W: Ihr wurdet sozusagen vom Erfolg überholt?

Kamischke: Stimmt, das lief schon richtig gut, von Anfang an. Die Geschäftsidee von hundert24 stand und steht stabil und jetzt haben wir uns vor ein paar Monaten wieder verändert.

Päckchen, Pakete und Paletten

W: Ihr seid in den SMS Businesspark gezogen, was aber eine Übergangslösung war, bis die Container im WESTEND.MG fertig waren. Warum habt ihr Euch für die Container entschieden?

Kamischke: Wir haben uns schnell begeistert für die Idee, eine Startup-Community aufzubauen. Außerdem brauchten wir mehr Lagerfläche für unser Equipment. Früher waren es ein paar Päckchen, inzwischen kommen hier Paletten mit Ausrüstung, Merchandising und solchen Sachen an.

W: Was ist das Besondere an den Containern?

Kamischke: Architektonisch sind die cool, jung und wirken erst mal provisorisch. Wir konnten mitgestalten, indem wir uns für diese spezielle Anordnung entschieden haben. Jetzt folgt das Drumherum, das wir kreativ gestalten, so wie es uns gefällt und zweckmäßig ist.

W: Ihr seid die Ersten hier, ist das noch ein bisschen einsam?

Kamischke: Das bleibt ja nicht so, der Container hier neben uns in Grün ist für das Kunstprojekt „Änderungen Aller Art“ reserviert. Die beiden Jungs Philipp Königs und Vesco Gösel ziehen in Kürze ein. Und die nächsten sind in Planung. Natürlich hoffen wir auf eine lebendige Community, aus Startups und Firmen, für einen regen Austausch. Dann sitzen wir hier mittendrin, worauf wir uns jetzt schon freuen.

Eine neue Windows-Anwendung

W: Die Container sind echte Seecontainer, die von außen auch noch so aussehen, außer dass sie grau gestrichen wurden. Sechs Stück wurden über Eck zusammenmontiert, es kamen Wände raus, Fenster rein, große Glasflächen wurden eingefügt, Dachluken werden noch integriert, an der Decke sind Heizelemente, die Wände wurden verkleidet, Kabel eingezogen, Steckdosen installiert und ein Boden gelegt. Was gefällt euch besonders gut?

Kamischke: Ganz besonders? Auf jeden Fall die großen Fenster, die teilweise eine ganze Wand ersetzen. Die finden wir supercool. Wir nutzen sie als Arbeitsfläche für kreative Modelle. Mit Post-it und Stiften können wir zeichnen und schreiben und kreativ sein. Generell wollen wir es noch schöner machen, mehr Branding. Weil wir diese L-Form bewusst gewählt haben, können wir uns draußen eine Art Vorgarten schaffen. Es wird Kunstrasen gelegt und unser großer Tisch als Mittelpunkt für gemeinsames Essen und Meetings genutzt. So können wir noch zusätzlichen Raum gewinnen.

Ein paar Fakten:

Gegründet: 13.10.2016
Mitarbeiter: schwankend, meist 12 Leute und Marco Kamischke und Frederick Hüpkes
Volunteers beim Event vor Ort: 40 Leute Anzahl Megamärsche
2016 – 2018: 100/24 – insgesamt 8
2018: 50/12 – insgesamt vier

Website: www.megamarsch.de

Hier findet ihr die Fortsetzung des Interviews: Welche Grenzen Megamarsch demnächst sprengt, was das mit den Meilen auf sich hat und wo in Kürze der härteste Megamarsch stattfindet, erfahrt ihr in Kürze.