– aus dem Comeback der Tennissocke wird ein Must-Have der Sneaker-Kultur –

J.Clay mit Moritz Otten, Jan Silanoglu und Felix Otten im Interview mit Ute Schmeiser vom WESTEND.MG Team

WESTEND.MG: Hallo J.Clay, schön, dass ihr Drei euch Zeit nehmt. Ihr seid seit April 2018 hier in den Räumen im WESTEND.MG, also fast ein Jahr. Wo wart ihr vorher, wo ist die Idee entstanden? Klassisch in der Garage, im Wohnzimmer?

Moritz Otten: Ich habe vorher hier in Gladbach bei Fynch Hatton und deren jungem Label Colors & Sons gearbeitet, das ich mit aufgebaut habe. Ich wollte aber immer etwas eigenes machen und in dieser Zeit ist die Idee entstanden, Socken zu machen.

W: Warum Socken? Das hätten doch genauso gut T-Shirts, Krawatten oder Caps sein können?

Moritz Otten: Ja, richtig. T-Shirts sind wiederum so eine typische Sache, die man hätte machen können. Aber das machen echt viele und wir wollten etwas Neues machen. Außerdem ist das schöne bei Socken, dass man gestalterisch sehr viel Spielraum hat. Auch was die Qualität angeht, das Branding und die Motive.

Ich habe mich dann intensiver damit auseinandergesetzt. Die Socken sollten einen sportlichen Look haben, in Richtung 80erJahre Tennissocke. Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass es das auf dem Markt nicht wirklich gibt.

Felix Otten: Die Leidenschaft für Sneaker war einer der Punkte, warum Socken für uns Sinn gemacht haben. Ein cooles Accessoire für Sneaker quasi.

Unsichtbar und doch sichtbar

W: Das war so eine schleichende Entscheidung ganz für Dich allein?

Moritz Otten: Nein, nicht ganz. Wir haben uns ständig darüber ausgetauscht und im Endeffekt haben wir entschieden, das zusammen zu tun. Ich habe dann gekündigt und das Konzept, Name, Logo etc. weiter ausgearbeitet.

Jan Silanoglu: Uns war sehr wichtig, dass man sieht, wenn eine Person eine J.Clay Socke trägt. Deshalb haben wir das Logo am Knöchel positioniert. Wenn die Hose hochgekrempelt ist, sieht man das Logo. Wir wollten sichtbar sein, obwohl Socken natürlich ein eher unsichtbares Produkt sind.

W: Ihr habt mit wenigen Modellen angefangen?

Felix Otten: Nicht ganz, wir haben aus vielen Designs 25 Motive ausgewählt. Da muss ich aber im Nachhinein sagen, das hätten wir nicht so machen sollen. Es waren zu viele. Das heißt nicht, dass das ein riesiger Fehler war, aber wir hätten auch mit weniger starten können.

Jan Silanoglu: Wir wollten eine Bandbreite von Designs anbieten, die wir gut fanden und von denen wir glaubten, dass wir die verkaufen können. Was dem Kunden gefällt und was nicht, wussten wir erst nachdem wir unsere erste Kollektion released haben.

Moritz Otten: Da wir Erfahrungen in der Modebranche hatten, wussten wir, dass man mit einer Kollektion startet. Deshalb haben wir das breiter gefächert, um zusätzlich im Einzelhandel Kunden anzusprechen.

Hier begonnen und geblieben – Heimat Mönchengladbach

W: Wo genau habt ihr gestartet?

Moritz Otten: Zuhause, d.h. hier in Mönchengladbach, dann relativ schnell im Nordpark. Dort hatten wir ein Büro bei einem Freund von uns. Jan hat in der Zwischenzeit das mit WESTEND.MG und den Containern gelesen. Wir wussten allerdings, dass das für uns nichts ist, weil wir ja Lagerfläche brauchen. Das Angebot mit den Büroräumen mit direkter Lagerfläche passt viel besser zu uns.

Jan Silanoglu: Aber die ganze Startup Community Idee hat uns super gefallen. Das fanden wir toll, dass in Mönchengladbach was aufgebaut werden soll und es vielleicht Synergieeffekte für uns gibt. Auch die Veranstaltungen, die hier immer wieder stattfinden, finden wir klasse.

W: War Co-Working kein Thema?

Jan Silanoglu: Nein, das ist kein Produkt, das sich für Co-Working eignet. Wir kümmern uns um die Bestellungen über den Shop, lagern und verpacken, telefonieren und kommunizieren viel mit Lieferanten. Da brauchen wir unsere eigenen Räume.

W: Ihr seid zu dritt. Seid ihr die klassischen, hippen Gründer, die dauernd Pizza bestellen?

Felix Otten: Ja klar, wir bestellen permanent Pizza (lacht). Nein, nein, im Ernst. Das haben wir in der Tat noch nie gemacht.

Wir sehen uns natürlich als Gründer, aber bodenständig. Uns gibt es ja schon eine Weile und es funktioniert. Wir sind realitätsnah und nicht abgehoben weit weg vom Markt und den Kunden. Und wir haben kein digitales Produkt.

Jan Silanoglu: Wir haben uns für eine Neuauflage eines bestehenden Produkts entschieden.

J.Clay ist bewusst in Mönchengladbach geblieben.

Zum einen, weil wir Mönchengladbach als unsere Heimatstadt sehen und zum anderen, weil die Hochschule hier ist und es nach wie vor einige namhafte Mönchengladbacher Textilunternehmen gibt. Deswegen sehen wir Mönchengladbach als sehr guten Standort für uns.

Wunsch an die Stadt?

W: Wenn ihr einen Wunsch an die Stadt und die Verantwortlichen hättet, was würdet ihr euch wünschen? Jetzt habt ihr die Gelegenheit!

Moritz Otten: Weiter so, denn was sich aktuell in Mönchengladbach tut, ist sehr spannend. Aufgrund der Tatsache, dass wir hier im WESTEND.MG sind, haben wir die Nähe zu den ganzen Veranstaltungen und nehmen mehr daran teil, als wir es vorher getan haben.

Jan Silanoglu: Nur was die Stadt ermöglicht und forciert, kann auch passieren. Das ist wesentlich, besonders um Studenten, die hier an der Hochschule Textil und Bekleidung lernen, hier zu halten und ein attraktives Angebot zu schaffen.

Felix Otten: Speziell zu dieser Startup-Szene ist es schon so, dass sie in Mönchengladbach noch in den Kinderschuhen steckt. Ich kann eigentlich gar nicht sagen, es müsste jetzt noch das und das gemacht werden. Ich finde es gerade hier, wo wir uns befinden im WESTEND.MG, das ist ein guter Start, auch dass der SMS Businesspark das so stark unterstützt ist lobenswert. Leider gibt es ja nicht so viel in Gladbach für Gründer. Das wäre schön, wenn sich hier mit den Büros und Containern noch mehr entwickelt.

Es ist schon deutlich zu sehen, dass da viel passiert auf den verschiedenen Ebenen. Meine Wahrnehmung ist, dass die einen was machen, die anderen machen was und die da machen auch noch was. Das passt irgendwie nicht so recht zusammen, finde ich. Es gehört irgendwie zusammen, ist aber nicht zusammen. Sei es in unterschiedlichen Facebook Gruppen, Facebook Seiten oder Webseiten, das ist so ein bisschen diffus. Es müsste eine Stelle geben, wo man das alles findet, ganz zentral. Auch das mit WESTEND.MG haben wir nur so am Rande mitbekommen. Letztendlich ist es immer die Kommunikation.

Moritz Otten: Genau! Wo finden Gründer Räumlichkeiten zu entsprechenden Konditionen. Man muss sich das alles selbst zusammensuchen und das ist manchmal leichter gesagt, als getan.

Website: www.jclay-socks.com
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