– tragbares Business-Konzept mit der Sneaker-Kultur –

FORTSETZUNG: J.Clay mit Moritz Otten, Jan Silanoglu und Felix Otten im Interview mit Ute Schmeiser vom WESTEND.MG Team

WESTEND.MG: Jetzt aber zum Thema Socken! Habt ihr eigentlich nur Herrensocken?

Moritz Otten: Nein, unsere Socken sind unisex. Die spielen auf die klassische Tennissocke der 80er Jahre an, die ja seit einigen Jahren wieder mehr und mehr in Mode gekommen ist. In diesesen Stil bringen wir viele Inspirationen rein.

W: Wo holt ihr euch die Inspirationen? Geht ihr auf Modemessen, lest Modemagazine, geht ihr durch die Stadt, fragt ihr Freunde?

Moritz Otten: Das kann man eigentlich gar nicht sagen. Manchmal haben wir einfach so eine Idee und manchmal ist sie dann auch Mist, wenn man sie zu Papier gebracht hat. Man merkt schnell, ob es funktioniert oder nicht. Teilweise kommen die Impulse aus Musik, Modetrends, alltäglichen und politischen Ereignissen. Unsere Inspiration kommt immer aus ganz unterschieldichen Bereichen. Das macht uns so einzigartig.

Versuch‘ es mit Gemütlichkeit

Felix Otten: Das Produkt gehört zur Sneaker-Kultur, ist Streetwear, wobei wir aber jeden ansprechen wollen, der Sneaker trägt. Jeder, der eine hochwertige und gemütliche Socke zu seinen Sneakern tragen möchte, ist für J.Clay die Zielgruppe. Unsere Socke ist das perfekte Ergänzungsprodukt. Und da Sneaker immer mehr an Akzeptanz gewonnen haben, sehen wir eine gute Möglichkeit für unsere Socken.

Sneaker trägt man inzwischen im Büro und wir sind der Meinung, wenn man schon gemütliche und coole Schuhe trägt, sollte man auch gemütliche und coole Socken dazu tragen.

Moritz Otten: Der Sneaker ist ja ein zweckentfremdeter Sportschuh für den Alltag. Genauso versuchen wir die Retro-Sportsocke mehr oder weniger zu einem Alltagsprodukt umzufunktionieren. Das war die Grundidee, wie wir das Thmea am Anfang angegangen sind. Unsere Socken würde man eher weniger zum Anzug anziehen, sondern zu seinen Sportschuhen und Jeans. Aber am Ende ist es jedem selbst überlassen, wozu er unsere Socken trägt.

W: Wie kam es zu dem Namen J.Clay?

Moritz Otten: Suchen, ausprobieren, machen…wir haben akribisch nach einem Namen gesucht, der eine Bedeutung hat und den es noch nicht gibt. Gerade in der Modeszene ist das ein schwieriges Unterfangen. Wir haben uns darauf konzentriert einen klangvollen und kurzen Namen zu finden.

W: Beim Sortiment, da habt ihr „nur“ diese halb hohen Tennissocken?

Felix Otten: Wir haben drei unterschiedliche Arten von Socken. Die bereits erwähnten Tennissocken, Füßlinge, die man im Schuh nicht sieht und unsere Nylon Damen Socken. Ansonsten sind alle Designs und Passformen unisex.

Jan Silanoglu: Trotzdem ist unser Kernprodukte die Tennissocke. Gerade da haben wir den Anspruch, die „perfekte“ Socke zu liefern. Unsere Erfahrung ist es, dass die Leute, die einmal J.Clay Socken gekauft haben, immer wieder kommen. Was bestimmt auch daran liegt, dass wir großen Wert auf Qualität bis ins Detail legen.

W: Aber wie schafft ihr es, die Qualität zu zeigen? Nur mit Fotos?

Jan Silanoglu: Ja,  durch coole und hochwertige Fotos, aber auch Produktbeschreibungen und die Bewertungen von Kunden. Wir versuchen das Produkt durch Produktvideos näher zu bringen. Aber klar, es ist definitiv schwierig, Qualität nur über Fotos zu vermitteln.

Felix Otten: Gerade für Männer sind Socken nicht unbedingt ein Thema. Dazu muss ich ganz ehrlich sagen, bis mein Bruder mit den Socken anfing, war das bei mir auch der Fall. Aber wenn man eine J.Clay Socke am Fuß hat, merkt man den Unterschied im Tragekomfort. Fast alle unserer Kunden, die wir einmal von unserer Qualität überzeugt haben, kaufen immer wieder.

Fanbase, Instagram und der Grusel

W: Ihr habt bestimmt eine feste Community, echte J.Clay Fans?

Jan Silanoglu: Ja, es gibt eine Fanbase. Tatsächlich gibt es Leute, die haben alle unsere Socken – wirklich alle Designs!

W: Instagram ist dann sicher euer wichtigster Kanal?!

Moritz Otten: Ja genau. Allerdings ist das mit der Qualität in solchen schnelllebigen Medien schwierig. Bei vielen kommt erst das Design und dann die Qualität. Ich wundere mich schon, was da alles im Sockenbereich verkauft wird. Socken sind oft aus 100% Polyester, aber dadurch total gut geeignet, um coole Fotos zu machen. Aber zieh die bloß nicht an den Fuß, denn dann wird es gruselig. Die sind nicht zum Tragen gedacht.

W: Habt ihr Influencer? Sprecht ihr sie aktiv an?

Felix Otten: Ja, schon. Aber bei uns sind das eher Microinfluencer, Leute aus der Szene, die auch wirklich gute Fotos machen (wollen).

Moritz Otten: Wir posten so im Schnitt drei Bilder pro Tag auf Instagram. Und das sind so gut wie nie unsere Bilder, sondern Bilder, die wir von unsren Kunden zur Verfügung gestellt bekommen. Das hat schon so eine Eigendynamik angenommen.

99% der Bilder sind wirklich von Leuten, die unsere Socken gekauft haben.

Felix Otten: Bei den Fotos ist die Herausforderung, dass man ja nicht viel von der Socke sieht beim Tragen. Sie ist zu 50% durch den Schuh abgedeckt und den Schaft zu fotografieren ist nicht so einfach. Das soll natürlich aussehen. Das ist nicht wie bei einer Cap, da machst du einfach ein Selfie.

W: Was haltet ihr von Insta Stories?

Moritz Otten: Unser Feed ist immer mit aktuellen Fotos gefüllt. Bei Stories muss man schon viel mehr eigenen Content produzieren. Das ist aufwändiger als Fotos in den Feed zu laden. Das wollen und müssen wir aber in Zukunft mehr machen, weil wir sehen, dass hier die Interaktion größer ist.

Felix Otten: Wir sind uns noch nicht im Klaren darüber, wie wir das machen. Wenn wir einmal damit anfangen, müssen wir das jeden Tag machen und zwar richtig.

Bestseller oder Ladenhüter?

W: Gibt es eigentlich eine Bestseller-Socke?

Moritz Otten: Weiße  Socken, also die klassische Farbe der Tennissocke, funktionieren sehr gut. In Kombination mit einem Spruch, Zitat oder einem Songtext, kommen diese Designs immer sehr gut bei den Leuten an.

W: Habt ihr auch Ladenhüter?

Felix Otten: Designmäßig gibt es keinen Ladenhüter, nur größentechnisch gibt es einfach Größen, die sich besser verkaufen als andere.

W: Was plant ihr für die Zukunft?

Jan Silanoglu: Branding für andere Unternehmen/Marken. Ab 50 Paar können wir für Unternehmen bzw. für deren Marke individuelle Socken designen und produzieren. Im eigenen Design, mit eigenen Etiketten, komplett von A – Z nach deren Branding-Vorgaben.

Felix Otten: Unternehmen können sich damit verjüngen und neue Zielgruppen ansprechen. Da gibt es genügend Marken, die sich einen cooleren Touch wünschen und auch unbedingt bräuchten. Wir sind offen für neue Kontakte.

Moritz Otten: Außerdem haben wir viele andere Produkte bereits im Gange, wie z.B. Sport- oder Kindersocken. Es bleibt spannend.

DANKE für das Interview und wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und viele Inspirationen.

Website: www.jclay-socks.com
Auf Instagram unter j.clay_socks zu finden.

Den ersten Teil des Interviews findet ihr hier.